Nach mehreren Jahren rückläufiger Bauleistung könnte die Bauwirtschaft in Deutschland wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren. Laut einer aktuellen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) dürfte das reale Bauvolumen im Jahr 2026 um 1,7 Prozent und im Jahr 2027 um 3,4 Prozent steigen. Damit würde die Bauleistung erstmals seit 2020 wieder zulegen.
Öffentlicher Tiefbau als Wachstumstreiber
Die Erholung der Bauwirtschaft wird vor allem durch den öffentlichen Tiefbau getragen. Umfangreiche staatliche Investitionen, insbesondere im Rahmen des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität, dürften die Bauaktivität in diesem Segment deutlich erhöhen.
Bereits in den vergangenen Jahren erwies sich der Tiefbau als stabilisierender Faktor für die Bauwirtschaft. Für das Jahr 2026 erwarten die Forschenden ein besonders starkes Wachstum in diesem Bereich.
Wohnungsneubau dürfte sich erholen
Der Wohnungsneubau war in den vergangenen Jahren besonders stark von der Baukrise betroffen. Höhere Finanzierungskosten und stark gestiegene Baupreise führten dazu, dass viele Haushalte Bauprojekte verschoben oder ganz aufgaben.
Im Jahr 2025 dürfte der Wohnungsneubau noch einmal um 6,4 Prozent zurückgegangen sein. Für das Jahr 2026 erwarten die Forschenden jedoch eine leichte Erholung mit einem Wachstum von 2,4 Prozent, das sich im Jahr 2027 auf 6,1 Prozent erhöhen könnte.
Produktivität bleibt zentrale Herausforderung
Trotz der positiven Perspektiven sehen die Forschenden weiterhin strukturelle Herausforderungen im Bausektor. Insbesondere die Produktivität im Bauwesen ist zuletzt gesunken.
Sollten umfangreiche öffentliche Investitionen auf begrenzte Kapazitäten spezialisierter Bauunternehmen treffen, könnten steigende Preise die Wirkung der Investitionen abschwächen.
Was bedeutet das für Unternehmen in der Branche?
Auch für Unternehmen und Organisationen der Bau- und Immobilienbranche sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Öffentliche Investitionsprogramme, steigende Infrastrukturbedarfe und die Transformation hin zu klimaneutralem Bauen werden die Dynamik des Sektors in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.
Bei b.a.u. Singen verfolgen wir diese Entwicklungen kontinuierlich und analysieren deren Auswirkungen auf Bauwirtschaft, Infrastrukturprojekte und Immobilienmärkte.
